Expansion und Wachstum

Die Bedeutung unternehmerischer Expansion und volkswirtschaftlichen Wachstums

Ein Artikel im Kompendium der marktwirtschaftlich-sozialökologischen Ökonomik

Zentrale Fragen angesichts der neoliberalen Krise:
Wie sind Beschäftigung und faire Einkommen zu sichern?
Wie kann die Umwelt effektiv geschützt werden?
Wie ist die wirtschaftliche Globalisierung zu gestalten?
Welchen Beitrag kann die Wirtschaftswissenschaft leisten?
Welche Aufgaben muss die Wirtschaftspolitik wahrnehmen?
Wie ist die Wirtschaftspolitik demokratisch zu legitimieren?

Hier geht’s zur Liste aller Artikel: Kompendium

Inhaltsverzeichnis

  1. Überblick
  2. Begriffszuordnung
  3. Die Aufgabe verantwortbarer Wachstumspolitik
  4. Die neoliberal-zwanghafte Wachstumsgläubigkeit
  5. Die natürlichen Grenzen quantitativen Wachstums
  6. Quantitatives versus qualitatives Wachstum
  7. Die ökonomischen Irrtümer des Neoliberalismus
  8. Binnen- versus außenwirtschaftliches Wachstum
  9. Die trügerische Hoffnung auf mehr Beschäftigung
  10. Volkswirtschaftliches versus unternehmerisches Wachstum
  11. Zusammenfassung und Ausblick

1. Überblick

ExpansionWachstumJPG01Durch nichts lässt sich das Wesen des neoliberalen Wirtschaftssystems besser enthüllen als durch seinen zwanghaften Gebrauch des Begriffs »Wachstum«. Der Glaube an endloses Mengenwachstum als Wundermittel für Wohlstand und Wohlfahrt, der zum verbreiteten ökonomischen Mantra avanciert ist, hat seinen Ursprung schlicht und einfach im eigennützigen Expansionsstreben globalwirtschaftlicher Akteure. Dies zu verdeutlichen, ist der erste Schritt auf dem Weg in eine zukunftsfähige, auf qualitative Entwicklung setzende Wirtschaftsordnung.

2. Begriffszuordnung

Der Begriff Expansion steht im hier dargestellten Zusammenhang für die Ausweitung unternehmerischer Aktivitäten einschließlich der damit verbundenen aktiven Ausweitung von Absatzmärkten. Unternehmerische Expansion zielt auf höhere Marktanteile, Umsätze und Gewinne. Die Veränderung dieser Größen wird auch als unternehmerisches Wachstum bezeichnet, das im Idealfall durch eine Produktinnovation eingeleitet wird, die auf hohe Nachfrage stößt und in einem bestehenden Markt die Spielregeln verändert oder einen neuen Markt eröffnet. Unternehmer, die als innovative Pioniere auftreten, müssen allerdings damit rechnen, dass ihnen andere Unternehmer als Nachahmer (Imitatoren) folgen. Pioniere sind deshalb bestrebt, möglichst hohe Eintrittsbarrieren aufzubauen, in der Regel mittels neuer Technologien, die sie zudem durch Patente schützen, um Imitatoren möglichst lange auf Abstand zu halten.

In einer marktwirtschaftlichen Ordnung gilt das unternehmerische Expansions- und Gewinnstreben als natürlich und wünschenswert, weil es eine Voraussetzung für Fortschritt, Wohlstand und Wohlfahrt ist. Es ist jedoch ein unbedingtes staatliches Pflichtgebot, unternehmerisches Expansionsstreben durch wirtschaftspolitische Regelungen in sozial und ökologisch verantwortbaren Grenzen zu halten und Unternehmern zu verwehren, Kosten nach eigenem Belieben auf Gesellschaft und Umwelt abzuwälzen (zu externalisieren). Eine marktwirtschaftliche Ordnung, die zukunftsfähig sein will, muss diese wirtschaftspolitische Regelung als ihre zentrale, existentiell notwendige Aufgabe verstehen. Denn nur so kann das natürliche unternehmerische Streben in betriebswirtschaftlich und zugleich in volkswirtschaftlich ertragreiche Bahnen gelenkt werden.

Der Begriff Wachstum steht hier synonym für Wirtschaftswachstum, das sich üblicherweise auf die Zunahme der Wirtschaftsleistung eines Landes oder Wirtschaftsraumes bezieht, speziell auf die Zunahme der Produktion und der damit verbundenen Zunahme der Einkommen, der Kaufkraft und der Nachfrage. In Deutschland – wie auch weltweit – wird die Wirtschaftsleistung derzeit einzig aus den Preisen des nationalen Produktionsergebnisses als sogenanntes Bruttoinlandsprodukt (BIP) berechnet, das für vierteljährliche und jährliche Perioden ausgewiesen wird. Das BIP ist auf dieser Grundlage ein reiner Produktionsindikator. Nach Abzug des Saldos der mit dem Ausland erzielten Primäreinkommen erhält man aus dem BIP den zugehörigen Einkommensindikator: das Bruttonationaleinkommen (BNE), das früher als Bruttosozialprodukt bezeichnet wurde.

Weil es hier vorrangig um die Wirtschaftsleistung geht, spielt das BNE keine Rolle, und ich beziehe mich deshalb nachfolgend nur auf das BIP. Dessen Wachstum wird aus der prozentualen Veränderung zweier Perioden ermittelt. Zum Beispiel, indem die Veränderung des gerade abgelaufenen Quartals zum vorangegangenen oder zum Vorjahresquartal berechnet und als aktuelle Quartals- bzw. Jahres-Wachstumsrate ausgewiesen wird. Auf der Grundlage von Jahreswerten lässt sich analog die jährliche Wachstumsrate oder die durchschnittliche Wachstumsrate einer mehrjährigen Periode ermitteln. Da sich das BIP aus den Preisen des Produktionsergebnisses (Güter und Dienstleistungen) zusammensetzt, muss zwischen nomineller und realer Wachstumsrate unterschieden werden: Bei der realen (wirklichen) Wachstumsrate wird das BIP in Preisen eines zurückliegenden Basisjahres berechnet, so dass die Berechnung durch die zwischenzeitlich erfolgte Veränderung des Geldwertes (Inflation oder Deflation) nicht beeinflusst wird.

Um das tatsächliche Ausmaß von Veränderungen der volkswirtschaftlichen Größen festzustellen, und auch, um historische und Ländervergleiche zu ermöglichen, müssen die Bevölkerungszahlen der zu vergleichenden Perioden berücksichtigt werden. Das geschieht am einfachsten, indem der Quotient aus BIP und Bevölkerungszahl zur Grundlage gemacht wird, so dass sich aus den Veränderungen zweier Perioden die Wachstumsrate pro Kopf (per capita) der Bevölkerung ergibt. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise das reale (durchschnittliche) BIP-Wachstum pro Kopf, der reale (durchschnittliche) Einkommenszuwachs pro Kopf oder der reale (durchschnittliche) Kaufkraftzuwachs pro Kopf ermitteln und zugleich mit historischen oder den Wachstumsraten anderer Länder vergleichen.

Zu beachten ist, dass mit dem BIP das Produktionsergebnis quantitativ in Preisen erfasst wird und dass die BIP-Wachstumsraten demzufolge die quantitative Zunahme des Produktionsergebnisses in Preisen zum Ausdruck bringen. Da bei dieser Erfassung quantitative und qualitative Einflüsse auf das Preisaggregat nicht unterschieden werden, sind Rückschlüsse auf die für die gesellschaftliche Wohlfahrt ausschlaggebende qualitative Entwicklung einer Volkswirtschaft nicht möglich. Dieser Mangel kann zu politischen Fehleinschätzungen der sozialen und ökologischen Entwicklung führen. Zum Beispiel, weil die Bedeutung einer ausgewogenen (gerechten) Einkommensverteilung und eines zukunftsichernden Umweltschutzes in das Zahlenwerk des BIP nicht einfließt und folglich aus ihm auch nicht hervorgeht. Dadurch besteht die Gefahr des Trugschlusses, die wünschenswert zukunftweisende qualitative Entwicklung sei durch quantitatives Wachstum bereits ausreichend sichergestellt.

Besonders gefährlich ist, dass die Grenzen des quantitativen Wachstums dem Zahlenwerk nicht zu entnehmen sind und deshalb zu spät ins Blickfeld geraten. Etwa, wenn die Anbauflächen für die Nahrungsmittelproduktion knapp werden, nicht-erneuerbare Ressourcen wie Mineralien zur Neige gehen oder erneuerbare Ressourcen wie Ackerböden, Wälder und Wasserspeicher durch Schadstoffeinträge ihre Regenerationsfähigkeit verlieren. Aber auch dann, wie angedeutet, wenn das quantitative Wachstum mit einer extremen Ungleichverteilung des Volkseinkommens einhergeht und die Massenkaufkraft schließlich so weit geschmälert wird, dass Wirtschaftskreisläufe zusammenbrechen und ein Teufelskreis des wirtschaftlichen Niedergangs entsteht. Positives BIP-Wachstum, von dem landläufig zunehmender Wohlstand erwartet wird, kann dann infolge nachlassender Nachfrage unvorhergesehen in negatives BIP-Wachstum (Schrumpfung) umschlagen.

3. Die Aufgabe verantwortbarer Wachstumspolitik

Eine verantwortbare, nachhaltige Wachstumspolitik muss sich vorrangig innerhalb der Grenzen bewegen, die durch die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen vorgegeben sind. Das heißt im einzelnen, sie muss

  1. den Flächenverbrauch an Grund und Boden so begrenzen, dass die biologische Vielfalt erhalten bleibt,
  2. die nicht-erneuerbaren Ressourcen wie Mineralien in Kreisläufen wiederverwenden oder durch erneuerbare Ressourcen ersetzen,
  3. die erneuerbaren Ressourcen wie Biomasse, Humus, Wasser und Luft im Rahmen ihrer natürlichen Regenerationsfähigkeit nutzen und mit entsprechend geringen Mengen an Schadstoffen belasten, und sie muss schließlich
  4. die Bevölkerungsdichte ihres Siedlungsgebietes als Voraussetzung für die Durchsetzung der vorgenannten Punkte entsprechend begrenzen.

Wenn sich die Wachstumspolitik innerhalb der naturgegebenen Grenzen bewegt, bedeutet das ökonomisch ausgedrückt, dass sie den Produktionsfaktor Naturressourcen den Produktionsprozessen effizient zuordnet (allokiert). Nachrangig muss sie unter dieser Voraussetzung zudem für eine effiziente Zuordnung (Allokation) der beiden anderen Produktionsfaktoren sorgen: der Arbeit und des Produktionskapitals. Das heißt konkret: Sie muss zentralistische Strukturen (Monopole und Oligopole) verhindern, indem sie die Wirtschaft in einem ständigen Prozess der wirtschaftspolitischen Lenkung in dezentrale (subsidiäre) Strukturen zurückführt. Dadurch entsteht schließlich eine unmittelbare Verantwortung der wirtschaftlichen Akteure vor Ort, die zur notwendigen ökologischen und sozialen Effizienz der Zuordnung aller drei Produktionsfaktoren führt sowie folglich zur notwendigen Effizienz der Produktionsprozesse, oder anders ausgedrückt: zur notwendigen sozialökologischen Produktivität der Wirtschaft. Die dezentrale Verantwortung der wirtschaftlichen Akteure setzt subsidiäre demokratische Strukturen voraus, die mit den wirtschaftlichen Strukturen übereinstimmen.

Unter derartigen strukturellen Voraussetzungen ergibt sich die Effizienz des Faktors Arbeit aus der subsidiär bedingten Teilnahme und Teilhabe aller Akteure am Wirtschaftsleben, also aus Vollbeschäftigung und existenzsichernden Einkommen. Die Effizienz des Faktors Naturressourcen ergibt sich aus den subsidiär bedingten kleinräumigen, nach oben offenen Kreisläufen, also aus dezentral verantwortetem Umweltschutz. Während der aus den originären Faktoren Arbeit und Naturressourcen abgeleitete (derivative) Produktionsfaktor Kapital (Sach- und Geldkapital) uneingeschränkt und ausschließlich im Dienste der originären Faktoren steht. Seine Effizienz ergibt sich indirekt aus dieser Dienstbarkeit. Eine isolierte Kapitaleffizienz, die, wie im neoliberalen System praktiziert, kapitalistische Auswüchse und schließlich Selbstzerstörung zur Folge hat, wird durch die dargestellten strukturellen Voraussetzungen ausgeschlossen (siehe ergänzend auch den Artikel Produktionsfaktoren).

Im nachfolgenden Abschnitt erläutere ich im einzelnen wie die herrschende neoliberale Wirtschaftsdoktrin eine verantwortbare, nachhaltige Wachstumspolitik verhindert.

Grundsätzlich sind unter Wachstumspolitik alle Maßnahmen zu verstehen, die auf quantitative Erhöhung (in den genannten Grenzen) und qualitative Verbesserung des Pro-Kopf-Sozialprodukts eines Wirtschaftsraumes zielen. Zu den Maßnahmen zählen öffentliche und private Investitionen in Produktionskapital (Gebäude, Maschinen, Werkzeuge etc.), in Humankapital (Bildung und Ausbildung) und in technischen Fortschritt (Forschung und Entwicklung).

Investitionen in technischen Fortschritt erhöhen

  1. die Effizienz der Allokation aller drei Produktionsfaktoren,
  2. die Effizienz der Produktionsprozesse, also die wirtschaftliche Produktivität, sowie
  3. die Effizienz und Nützlichkeit (Effektivität) von Investitions- und Konsumprodukten.

Nachhaltige Wachstumspolitik bedient sich der gezielten Investitionslenkung mittels Steuern und Subventionen, um die wirtschaftliche Entwicklung in sozial und ökologisch verträgliche Bahnen zu lenken. Wachstumspolitik ist somit eng mit der Sozial-, Beschäftigungs- und Umweltpolitik verknüpft. Insbesondere muss sie in dieser Verknüpfung sicherstellen, dass Produktivitätszuwächse regelmäßig durch Arbeitszeitverkürzungen und/oder Lohnerhöhungen kompensiert werden, um die gesamte Bevölkerung am Fortschritt teilhaben zu lassen und das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht aus Produktivität, Löhnen, Kaufkraft und Nachfrage zu erhalten. Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnerhöhungen sind angebracht, wenn der Produktivitätszuwachs keine zusätzliche Nachfrage erwarten lässt, ansonsten muss die Anwendung der beiden Mitteln genau austariert werden.

Für die Finanzierung öffentlicher wie privater Investitionen sind das Steueraufkommen, die Sparquote (Ersparnisse in Prozent des BIP) sowie eine angemessene Erhöhung der Geldmenge durch Geldschöpfung der Zentralbank und Kreditschöpfung der Geschäftsbanken entscheidend: Je mehr Geld aus den genannten Töpfen in Investitionen fließt, desto höher fällt die Wachstumsrate aus, unabhängig davon, welche Wachstumsanteile auf quantitatives und qualitatives Wachstum entfallen. Um nachhaltig positive Wachstumsraten zu erzielen, müssen die Geldmittel jedoch umfangreich genug sein, um nicht nur Ersatzinvestitionen zur Behebung des normalen Sachkapitalverschleißes vorzunehmen, sondern darüber hinaus Nettoinvestitionen in fortschrittliches Produktionskapital sowie in die zugehörige Ausbildung der Arbeitskräfte (Humankapital) und in Forschung und Entwicklung zu ermöglichen.

4. Die neoliberal-zwanghafte Wachstumsgläubigkeit

ExpansionWachstumJPG03Seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gibt es keinen anderen Begriff, der in der wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung so häufig und so zwanghaft verwendet wird wie der Begriff »Wachstum«. Jedwede Fehlentwicklung wird unter dem Regime der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin auf abenteuerliche Weise mit fehlendem Wirtschaftswachstum in Verbindung gebracht. Grund dafür ist der allgemeine Glaube, ein endloses Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sei nicht nur möglich, sondern sei eine notwendige Voraussetzung für Wohlstand und Wohlfahrt. Dass die Zwangsvorstellung dabei wenig Raum für eine Unterscheidung quantitativen und qualitativen Wachstums bietet, kann nicht überraschen. Denn die Wurzeln der Zwangsvorstellung liegen

  1. im marktwirtschaftlich grundsätzlich wünschenswerten Expansions- und Gewinnstreben von Industriellen und Investoren, dessen wirtschaftspolitische Zügelung jedoch doktrinär als schädlich hingestellt wird,
  2. in den Wachstumsillusionen neoklassischer und neoliberaler Ökonomen, und schließlich
  3. in der Verfilzung der Interessen von Industriellen, Ökonomen und Politikern.

Die beständige Indoktrination, die dieser Filz hervorbringt, dient der Festigung der allgemeinen Wachstumsgläubigkeit und schafft den Freiraum, in dem die industriellen Protagonisten unbehelligt ihren Interessen nachgehen können.

Zum Verständnis der weiteren Zusammenhänge ist zunächst anzumerken, dass der neoliberale Wettbewerb auf offenen globalen Märkten durch absolute Preisvorteile in Dollar oder Euro entschieden wird, und dass die unwiderrufliche Verdrängung unterlegener Wettbewerber zu seinen hervorstechenden Merkmalen gehört. Deshalb wird er zu Recht als Verdrängungswettbewerb bezeichnet. Vor diesem Hintergrund werden nun zur angeblichen Überwindung der neoliberalen Fehlentwicklungen – meist mit Hinweis auf die hohe Arbeitslosigkeit – sogenannte Wachstumsimpulse als Patentrezepte angeboten. Vor allem werden die im absoluten Dollar-/Euro-Vergleich relativ hohen Arbeits- und Lohnstückkosten in Deutschland als Wachstumshemmnis und Nachteil im globalen Wettbewerb hingestellt und für Arbeitsplatzverluste verantwortlich gemacht. Aus dieser neoliberal-logischen, ansonsten aber makroökonomisch irreführenden Argumentation wird schließlich die Forderung nach Lohnsenkungen und Sozialabbau hergeleitet. Sobald diese »Wachstumsimpulse« durchgesetzt sind, ziehen sie Kaufkraftverluste nach sich – mit der Folge, dass einerseits die Konsumenten gezwungen sind, vermehrt billige Importprodukte zu kaufen, dadurch die Umsätze lokal und regional tätiger Unternehmen beschnitten werden und die geographische Fläche im Laufe der Zeit wirtschaftlich verödet (de-industrialisiert wird), andererseits die global agierenden Unternehmen durch das rückläufige Binnenwachstum veranlasst werden, ihr Expansionsstreben immer weiter in den Export zu verlagern.

In ihrem Expansionsstreben geraten die globalen Akteure naturgemäß noch stärker unter den Kostendruck des globalen Wettbewerbs und sehen sich gezwungen, Fusionen einzugehen und Arbeitsplätze in Billiglohnländer zu verlagern – was erneute Kaufkraftverluste und flächendeckende wirtschaftliche Verödung nach sich zieht. So entsteht der für den Neoliberalismus kennzeichnende Teufelskreis, der durch Lohnsenkungen und Sozialabbau immer wieder neu angetrieben werden muss. Da höhere Wachstumsraten bei gesättigten Märkten weder für einzelne Unternehmen noch für die Volkswirtschaft insgesamt dauerhaft zu erzielen sind, ist es nicht verwunderlich, dass das von der Allgemeinheit erhoffte Wohlfahrtsoptimum mit hohem Beschäftigungsstand, existenzsichernden Löhnen, optimaler sozialer Gleichverteilung und unbeschädigten Naturressourcen – neoliberal-systembedingt – in immer weitere Ferne rückt. Ergänzend empfehle ich den Artikel Nachhaltige gesellschaftliche Wohlfahrt.

Die Unbedenklichkeit, die sich der Neoliberalismus mit der Wachstumsgläubigkeit und den damit gerechtfertigten »Wachstumsimpulsen« selbst verschafft, stabilisiert zugleich die industriell erwünschte Fixierung auf die Effizienz des Kapitaleinsatzes und folglich auf den Vorrang der Kapitalrendite zulasten des effizienten Einsatzes der Produktionsfaktoren Arbeit und Naturressourcen. Dabei ergeht es der Arbeit ähnlich wie der natürlichen Umwelt: Indoktrinierend wird suggeriert, eine Volkswirtschaft könne erst ab einer dauerhaft hohen Wachstumsrate des Sozialprodukts einerseits für ausreichend Beschäftigung sorgen und andererseits genügend Mittel für den Umweltschutz bereitstellen. Derweil fließt die Kapitalrendite einer industriellen Minderheit zu, während die durch ineffizienten Faktoreinsatz entstehenden Kosten aus Arbeitslosigkeit und Umweltschäden auf die Allgemeinheit abgewälzt werden (siehe auch Exzesse des Kapitalismus).

Diese »kapitalistische« Schieflage wirkt sich auf offenen globalen Märkten besonders dramatisch aus, weil im Streben nach unternehmerischer Expansion und BIP-Wachstum alle Volkswirtschaften miteinander konkurrieren und mit allen denkbaren Dumpingmethoden versuchen, ihren ansässigen Unternehmen den Weg zu ebnen, in die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Sphären anderer Länder hineinzuwachsen. Die sozialen Errungenschaften, die natürlichen Ressourcen und die erwirtschafteten Volksvermögen werden in diesem Wettbewerb weltweit zum Freiwild für jeden Akteur, der schnell genug und mächtig genug zugreift. Die neoliberale Wirtschaftsdoktrin ist deshalb eine Doktrin der unablässigen Zerstörung von Volksvermögen.

Einen tieferen Einblick in den neuzeitlichen Neoliberalismus vermitteln die Artikel Neoliberaler Teufelskreis, Neoliberale Scheinargumente, Neoliberale Wirtschaftsdoktrin sowie Neoliberalismus alt und neu.

5. Die natürlichen Grenzen quantitativen Wachstums

Der US-amerikanische Ökonom Herman E. Daly, Mitbegründer der Ecological Economics (Ökologische Ökonomik), hat sich während seiner Lehrtätigkeit auf der Website der University of Maryland zum Thema Wachstum klar und deutlich geäußert:

»Ich sehe die Wirtschaft als ein offenes Subsystem, das bezüglich seiner Rohstoffquellen und Abfallsenken auf das natürliche Ökosystem angewiesen ist. Das Ökosystem ist endlich, nicht-wachsend und materiell geschlossen. Unsere Wirtschaft ist relativ zum Ökosystem so stark gewachsen, dass ihr Einfluss die natürliche Kapazität des Ökosystems zu überfordern droht, Ressourcen zu regenerieren und Abfall zu absorbieren. Für mich bedeutet das: Die Richtung des wirtschaftlichen Fortschritts muss von Wachstum (quantitative Expansion) auf Entwicklung (qualitative Verbesserung) umgestellt werden.« (University of Maryland, 2006; eigene Übersetzung aus dem Amerikanischen)

Daly benutzt den Begriff Ökosystem umfassend im Sinne aller erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Ressourcen, die für den Fortbestand des irdischen Lebens notwendig sind. Das schließt die Biosphäre mit den Weltmeeren und die für den Energieaustausch, den Wasserkreislauf und das Klima zuständige Troposphäre, aber auch die vom Menschen beanspruchten Rohstofflagerstätten der Lithosphäre ein. Die Forderung nach qualitativer Verbesserung des Ökosystems ist kein Phantasiegebilde linker Ökofreaks, sondern ein wissenschaftlich begründetes politisches Pflichtgebot. Weil grundsätzlich gilt, dass jeder durch menschliche Eingriffe entstehende neue Gleichgewichtszustand des Ökosystems schlechter ist als der Ausgangszustand und dazu beitragen kann, das System innerhalb eines unbestimmbaren Zeitraums in einen lebensfeindlichen Zustand zu befördern.

ExpansionWachstumJPG04Dem offenen Subsystem »Wirtschaft« sind enge natürliche Grenzen gesetzt. Wie wir wissen, ist das Ökosystem Ergebnis einer über 1,5 Milliarden Jahre dauernden biologischen Evolution, deren quantitative Expansion gleichwohl mit dem Aufbau einer optimalen Masse biologischen Materials bereits vor Jahrmillionen abgeschlossen wurde. Seither nimmt die Biomasse nicht mehr zu, entwickelt sich jedoch, wie schon während ihrer quantitativen Expansion, zu immer komplexeren Lebensformen weiter. Diese qualitative Entwicklung kann sich endlos fortsetzen, solange die Sonne unseren Planeten mit Energie versorgt. Für unseren Zugriff auf die natürlichen Ressourcen heißt das: er muss innerhalb einer kritischen Größenordnung zum Stillstand gebracht werden bzw. aktuell schnellstens in den unkritischen Bereich zurückgeführt werden, solange noch eine Chance für eine zukunftsgerechte Koexistenz menschlichen Wirtschaftens mit den lebenserhaltenden Funktionen des Ökosystems besteht.

Alle wissenschaftlichen Daten deuten darauf hin, dass uns wenig Zeit bleibt, schlimmere Folgen abzuwenden. Entscheidend wird sein, ob es uns gelingt, unsere wirtschaftlich-quantitative Expansion einzudämmen und in eine qualitative Entwicklung zu überführen. Dabei sind drei Aufgaben vorrangig:

  1. die Bekämpfung der Bevölkerungsexplosion,
  2. die substanzerhaltende Nutzung erneuerbarer und nicht-erneuerbarer Ressourcen und
  3. speziell die Umstellung von fossilen und nuklearen Energieträgern auf alle Formen der (erneuerbaren) Sonnenenergie und Erdwärme (Geothermie).

Die Energieumstellung sollte im Mittelpunkt stehen und sie sollte dezentral und in dezentraler Verantwortung durchgeführt werden, um die anderen Aufgaben zu erleichtern. Eine zentralistische Umstellung, wie etwa vom Projekt Desertec geplant, mit dem die transnationalen Energiekonzerne Solarstrom aus Nordafrika nach Europa leiten wollen, würde die neoliberalen Strukturen sowie die soziale Ungleichverteilung zementieren.

Ergänzend empfehle ich die Artikel Wirtschaft und Biosphäre sowie Wirtschaft und Entropie.

6. Quantitatives versus qualitatives Wachstum

Bei einer auf quantitatives Wachstum zielenden wirtschaftspolitischen Strategie, wie sie unter den derzeitigen neoliberalen Verhältnissen weltweit von allen Wirtschaftsräumen verfolgt wird, steht die Erhöhung der Produktionskapazitäten und der Produktionsmenge im Vordergrund. Dadurch geraten automatisch alle Maßnahmen in den Hintergrund, die auf qualitatives Wachstum gerichtet sind. Das heißt konkret: Qualitatives Wachstum ist zwar nicht ausgeschlossen, aber die Entwicklung der Prozess- und Produktqualitäten und des nachhaltigen Ressourceneinsatzes, die für die Verbesserung der sozialen und ökologischen Qualität und für die Erwirtschaftung sozialer und ökologischer Erträge unabdingbar sind, werden der im Mengenwachstum verhafteten Zwanghaftigkeit des neoliberalen Systems untergeordnet. Diese Zwanghaftigkeit ist in der einseitig auf höchste Kapitaleffizienz (Kapitalrendite) gerichteten Doktrin begründet, die dazu führt, dass die Produktionen immer stärker konzentriert (zentralisiert) werden, um möglichst hohe Skalenerträge zu erzielen. Skalenerträge steigen mit dem Grad der Massenproduktion, wenn die Gemeinkostenanteile sinken und die Produktionsprozesse zunehmend optimiert werden. Der Wettbewerbsvorteil ergibt sich aus den entsprechend sinkenden Stückkosten und dem daraus entstehenden Spielraum der Preisgestaltung. Skalenerträge sind zwar ein geeignetes und wünschenswertes Mittel der betrieblichen Produktivitätssteigerung, allerdings nur, soweit sie dezentral unter unmittelbarer Verantwortung aller beteiligten und betroffenen Wirtschaftssubjekte angewendet werden und durch demokratische Kontrolle sichergestellt werden kann, dass sie keine externen Kosten in Form von Arbeitslosigkeit und Umweltbelastung verursachen und so die volkswirtschaftliche Produktivität herabsetzen.

Kurz gesagt, sind betriebswirtschaftliche Skalenerträge nur dann zu rechtfertigen, wenn sie mit volkswirtschaftlichen Erträgen einhergehen (siehe auch den Artikel Skalenerträge und Produktivität.

Wegen seines ausbeuterischen Charakters ist fortgesetztes quantitatives Wachstum nicht nur zerstörerisch, sondern auch endlich. Wie oben angedeutet, lässt sich aus dem Zahlenwerk des derzeit berechneten BIP weder der Zerstörungsprozess ablesen noch das unweigerliche Ende der auf quantitatives Wachstum fokussierten Wirtschaftsordnung voraussehen. Das ist so, weil die von den wirtschaftlichen Prozessen verursachten sozialen und ökologischen Kosten für das BIP nicht quantifiziert (monetarisiert) und im BIP nicht erfasst werden und folglich die Daten für eine wirtschaftspolitische Gegensteuerung fehlen. Die Gefahr dringt ins Bewusstsein der wirtschaftlichen Akteuren und der Gesellschaft erst ein, wenn unverzichtbare natürliche Ressourcen kurz vor dem Aus stehen oder die Gesellschaft infolge mangelhafter wirtschaftlicher Teilnahme (Beschäftigung) und Teilhabe (Existenzsicherung) der Erwerbsbevölkerung ins Chaos zu stürzen droht.

Bei einer auf qualitatives Wachstum zielenden wirtschaftspolitischen Strategie hat der Substanzerhalt der gesellschaftlichen und natürlichen Ressourcen Vorrang, so dass die Produktionskapazitäten im Dienste dieses Vorrangs stehen und ihre Gestaltung aus diesem Vorrang hergeleitet wird. Das heißt:

  1. Die Menschen und die Gesellschaft (die humanen und die sozialen Ressourcen) bestimmen demokratisch über die Gestaltung der dienlichen Funktion, die wirtschaftlichen Aktivitäten ihrer Natur nach zukommt. Anders gesagt: Alle Wirtschaftssubjekte sind als Produzenten (selbständige und abhängige Arbeitskräfte) wie als Konsumenten selbstbestimmt in die wirtschaftlichen Prozesse eingebunden, so dass die wirtschaftlichen Prozesse den Menschen dienen, und nicht umgekehrt.
  2. Die biologischen (erneuerbaren) Ressourcen werden nur im Rahmen ihrer natürlichen Regenerationsfähigkeit genutzt.
  3. Die mineralischen (nicht-erneuerbaren) Ressourcen werden in produktionstechnischen Kreisläufen dauerhaft wiederverwendet oder durch erneuerbare Ressourcen ersetzt.

Im einzelnen bedeutet qualitatives Wachstum, dass Produktionsprozesse und Produkte im Sinne der Ressourcennutzung immer effizienter werden, indem sie zum einen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg weniger Ressourcen verbrauchen und weniger Abfall erzeugen, und indem sie zum anderen bezüglich ihres humanen und gesellschaftlichen Nutzwertes immer besser werden.

Zu beachten ist, dass qualitatives Wachstum eine vorübergehende Erhöhung der Produktionskapazitäten und der Produktionsmengen, also quantitatives Wachstum, nicht ausschließt. Mengenzuwachs kann erfolgen, wenn der technologische Fortschritt es bei gleichzeitiger sozialer und ökologischer Verträglichkeit erlaubt. Beispielsweise können kompostierbare (biologisch rezyklierbare) Produkte in Mengen produziert werden, die es ermöglichen, die Produkte ohne aufwendige industrielle Entsorgung nach Gebrauch unmittelbar wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Wirtschaftsleistung verlagert sich bei qualitativem Wachstum von der Produktionsmenge auf die Qualität der Produktionsprozesse und Produkte. Da sowohl Quantitäts- als auch Qualitätszunahmen das volkswirtschaftliche Preisaggregat erhöhen, werden beide durch die Erfassung im BIP und den Vergleich einzelner BIP-Perioden als Wachstum der Wirtschaftsleistung ausgewiesen. Um jedoch qualitatives Wachstum wirtschaftspolitisch durchzusetzen und das BIP als dafür geeignetes Steuerinstrument zu nutzen, muss das BIP, neben der reinen Preiserfassung der Produkte, um soziale und ökologische Indikatoren erweitert werden. Diese Indikatoren müssen die Qualität der sozialen und ökologischen Entwicklung, ob positiv oder negativ, in quantifizierter Form widerspiegeln und das Preisaggregat im ersten Schritt »wahrheitsgemäß« relativieren. Im zweiten Schritt ist es Aufgabe der wirtschaftspolitischen Steuerung, anhand der Indikatoren wahrheitsgemäße Preise mittels Besteuerung schädlicher Faktoren und mittels Subventionierung nützlicher Faktoren durchzusetzen. Damit ist die entscheidende Voraussetzung erfüllt, qualitatives Wachstum sicherzustellen, das sich schließlich, geeignete Wirtschaftsstrukturen vorausgesetzt, in Vollbeschäftigung und Umweltschutz manifestiert.

7. Die ökonomischen Irrtümer des Neoliberalismus

Die Wachstumsgläubigkeit liegt, rein ökonomisch betrachtet, in zwei Irrtümern begründet:

Erstens
in der Gleichsetzung kurzfristigen privatwirtschaftlichen Nutzens mit langfristigem volkswirtschaftlichen Nutzen. Dadurch werden automatisch die unternehmerischen Interessen in den Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Steuerung gerückt und das Geschehen einseitig auf den Produktionsfaktor Kapital fokussiert.

Zweitens
darin, dass eine quantitative Begrenzung wirtschaftlicher Aktivitäten als entbehrlich eingestuft wird. Dadurch werden die systemischen Abhängigkeiten auf den Kopf gestellt und das Ökosystem erhält den Status einer freien Verfügungsmasse und eines frei zugänglichen Raumes, in den das menschliche Wirtschaftssystem grenzen- und folgenlos hineinwachsen kann.

ExpansionWachstumJPG05Durch die doktrinäre Melange aus einseitiger Kapitaleffizienz und grenzenlosem Wachstumseifer werden die menschliche Arbeitskraft und die natürlichen Ressourcen zu wirtschaftlichen Müllkippen herabgewürdigt, denen beliebige Belastungen zugemutet und beliebig hohe Kosten aufgebürdet werden können. Diese Kostenverlagerungen haben eine Preisbildung zur Folge, die sozial und ökologisch in die Irre führt. Es bilden sich Preise, die nichts über den tatsächlichen Zustand von Gesellschaft und Umwelt aussagen und damit ihre Funktion als ökonomisches Steuerinstrument für eine effiziente Zuordnung der sozialen und ökologischen Ressourcen nicht erfüllen (siehe dazu auch den Artikel Wirtschaftliche Preisbildung).

Die irreführenden Preise im Neoliberalismus sind ein Indiz dafür, dass dem Markt die politischen Vorgaben fehlen und dass die vermeintlich freie neoliberale Marktwirtschaft in Wirklichkeit eine ungeregelte, anarchische (gesetzlose) Wirtschaft ohne konstruktiven Preis- und Marktmechanismus ist.

Die irreführenden Preise setzen sich bei den Löhnen (den Preisen für die Arbeit) und den Preisen für Naturressourcen fort:

Zum Faktor Arbeit:
Bei zunehmender Kapitalintensität und entsprechend sinkenden Arbeitskosten können zwar immer mehr Produkte hergestellt werden, gleichzeitig verschlechtert sich aber die Verteilung des Arbeitsvolumens in der Gesellschaft und der Anteil der Arbeitseinkommen sinkt zugunsten der Kapitaleinkommen. Ohne optimale Verteilung von Arbeit und Arbeitseinkommen und ohne optimalen Anteil der Arbeitseinkommen am gesellschaftlichen Gesamteinkommen leidet jedoch nicht nur die Effizienz des Faktors Arbeit, sondern in gleichem Maße die volkswirtschaftliche Gesamteffizienz und letztlich auch die betriebswirtschaftlichen Effizienzen. Breit gestreute Einkommen sind erforderlich, um eine flächendeckend hohe Kaufkraft zu erzeugen, die wiederum Voraussetzung für sich selbst tragende dezentrale Wirtschaftskreisläufe und einen hohen Beschäftigungsstand ist.

Zum Faktor Naturressourcen:
Durch den hohen Verbrauch der entwickelten Länder und die zunehmende Industrialisierung der unterentwickelten Länder werden die natürlichen Ressourcen immer knapper und zum begrenzenden Faktor der Produktion. Auch hier liegt der Grund in der Preisbildung. Die wird überwiegend nur von den Erschließungskosten bestimmt, während den Ressourcen selbst kein Preis zugestanden wird. Ihr nackter Preis ist beliebig niedrig und schafft die Anreize für Ausbeutung und Vergeudung – jedenfalls solange noch keine fühlbaren Knappheiten auftreten.

Je besessener wir nach höherem Mengenwachstum und höherer Kapitalrendite streben, desto ärmer werden wir an gesellschaftlichem und natürlichem Kapital.

Politisch betrachtet ist der ständige Ruf nach Wachstum und Wachstumsimpulsen die Masche, mit der sich eigennützige wirtschaftliche Ziele, die dem Gemeinwohl nicht dienlich sind, bestens kaschieren lassen. Wirtschaftliche Macht- und Kapitalkonzentrationen, die ihrer Natur nach auch nach politischer Macht streben, um die von ihnen verursachte soziale Ungleichverteilung und ökologische Ausbeutung abzusichern, haben zynischerweise nur eine Chance, wenn sie die suboptimale Einkommensverteilung und Ressourcennutzung indoktrinierend als Folge mangelnden Wachstums darstellen.

8. Binnen- versus außenwirtschaftliches Wachstum

Mit der weitgehenden Marktsättigung in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts endete für die westlichen Industrieländer eine vierzigjährige Periode hoher Wachstumsraten. Die plötzliche Stagnation führte zu Frustrationen, weil das Nachkriegswachstum nicht als vorübergehend verstanden wurde und die Unternehmer ihr Expansions- und Gewinnstreben ins Leere laufen sahen. Um die quantitativen Erwartungen weiterhin zu befriedigen, wurde von industriellen Interessengruppen die »Liberalisierung« und geographische Ausdehnung der Märkte ins Visier genommen. Mit dieser Initiative wurde die heiße Phase der neoliberalen Globalisierung eingeleitet, die sich bis heute fortsetzt. Für eine genauere Darstellung empfehle ich den Artikel Wirtschaftliche Globalisierung.

Aus Sicht der deutschen Exportwirtschaft ist die »Marktliberalisierung« bisher sehr erfolgreich gewesen. Allerdings konnte die Exportwirtschaft der ihr zugedachten Rolle als »Wachstumsmotor« der Gesamtwirtschaft nicht gerecht werden. Unter dem Kostendruck des globalen Wettbewerbs wurden einerseits binnenwirtschaftliche Kreisläufe geschwächt, andererseits mehr und mehr inländische Wertschöpfungsanteile an der Exportproduktion durch Importe ersetzt. Die Exportwirtschaft wurde kostenbedingt vom sogenannten Basareffekt erfasst, das heißt, die Importe von Zwischenprodukten nahmen zu und wurden zwecks Endmontage und sofortigem Export nur noch – wie auf dem Basar – durchs Land geschleust. Tatsächlich geht in Deutschland der Anteil der inländischen Wertschöpfung am Gesamtwert der Exporte seit 2003 zurück. Mittel- und langfristig wirken sich die beispiellose deutsche Exportabhängigkeit und der Basareffekt katastrophal aus. Denn bei offenen globalen Märkten können weder die geschwächten Binnenkreisläufe revitalisiert noch die ausgelagerten Wertschöpfungsanteile zurückgeholt werden. Deutschland setzt sich als eine der großen Exportnationen also dauerhaft einem extremen Einfluss externer Entwicklungen und Ereignisse aus.

Zudem wird unser Land durch die fortschreitende Industrialisierung der Schwellenländer in immer kapitalintensivere Produktionsnischen abgedrängt, während es andererseits fast alle arbeitsintensiv und zunehmend auch kapitalintensiv hergestellten Produkte importiert. Der Verdrängung durch Billigimporte haben besonders diejenigen Wirtschaftssektoren im globalen Wettbewerb nichts entgegenzusetzen, die überwiegend für Binnenmärkte und arbeitsintensiv produzieren. Für den inländischen Arbeitsmarkt ist der Verdrängungswettbewerb samt grenzenloser internationaler Spezialisierung und Arbeitsteilung doppelt schädlich: Arbeitsplätze werden sowohl in der zunehmend kapitalintensiv und international arbeitsteilig produzierenden Exportwirtschaft als auch in den durch Billigimporte bedrohten Unternehmen abgebaut. Die Folge ist eine »neoliberale Dauerdepression« mit Massenarbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, prekären Arbeitsverhältnissen, Kaufkraftverlusten und extremer Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen, die ihre Ursache im »liberalisierten« Außenhandel und Außenwettbewerb und der dadurch bedingten Konzentration von wirtschaftlichem Kapital und wirtschaftlicher Macht hat.

Ein weiterer Effekt kommt hinzu: Die Dauerdepression wird zunächst bei noch wachsender Exportproduktion von Überschüssen der Leistungsbilanz begleitet. Das freiwerdende Finanzkapital fließt jedoch in ausländische Direktinvestitionen und in Portfolios der globalen Finanzmärkte und wird außer Landes zum Aufbau kostengünstiger, hochproduktiver Produktionsstätten eingesetzt, deren Erzeugnisse nun wiederum das Volumen importierter Zwischen- und Endprodukte in die Höhe treibt. So bewirkt die auf Wachstum zielende Exportstrategie über kurz oder lang das Gegenteil: nämlich abnehmende inländische Wertschöpfung.

9. Die trügerische Hoffnung auf mehr Beschäftigung

Die unter neoliberalen Verhältnissen zunehmende Unterbeschäftigung hat mehrere Gründe:

  1. die oben beschriebenen Auswirkungen der extremen Exportorientierung,
  2. das niedrige BIP-Wachstum von im langjährigen Mittel 1,5 %, das durch den Anstieg der Produktivität überkompensiert wird, also kein zusätzliches Arbeitsvolumen erzeugt,
  3. die ständige Verlagerung von Produktionsstätten und Arbeitsplätzen in Billiglohnländer,
  4. die finanz- und realwirtschaftlichen Folgen der Finanzmarktkrise 2008, und schließlich
  5. die system- bzw. kostenbedingte Blockade der Gewerkschaften, die Arbeitszeitverkürzungen als Mittel der Gleichverteilung des Arbeitsvolumens (der Beschäftigung) seit den 90er Jahren ausschließt.

Darüber hinaus sind die Unternehmen bemüht, ihre Arbeitskosten angesichts niedriger positiver Wachstumsraten unmittelbar auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Zu den wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die aus diesen Bemühungen hervorgehen, zählen die Umwandlung von Vollzeitarbeitsplätzen in Teilzeitarbeitsplätze, von unbefristeten in Zeitarbeitsverhältnisse, von abhängiger Beschäftigung in Scheinselbständigkeit sowie Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich und all die Spielarten, Lohnnebenkosten, Steuern und Auflagen zu mindern oder zu vermeiden. All diese Maßnahmen verschlimmern die Ungleichverteilung der Einkommen und mindern die Realeinkommen, die Kaufkraft und die Binnennachfrage.

Die Einrichtung neuer unbefristeter Arbeitsplätze wird im Bewusstsein der nur kurzzeitig auftretenden Wachstumsphasen und des steigenden Kostendrucks von den Unternehmen nach Möglichkeit vermieden. Sobald der Wettbewerbsdruck bei nachlassendem Wachstum wieder zunimmt und getätigte Investitionen in Sachkapital ihre produktive Wirkung entfalten, beginnt jedes Mal eine neue Runde des Arbeitsplatzabbaus. Es ist nachvollziehbar, dass der nationale wirtschaftspolitische Einfluss auf die soziale und ökologische Ausrichtung von Produktivitätssteigerungen mit zunehmender Öffnung der Märkte immer geringer wird. Immer dann, wenn die Produktivität stärker zulegt als das BIP, wird nicht nur Wachstum ohne Jobs (jobless growth) zur neoliberalen Normalität, sondern auch Wachstum mit Jobverlusten. Die geschilderten Zusammenhänge erklären, weshalb die von Politikern und Ökonomen auf Druck der Industrie eingefädelten »Wachstumsimpulse« weder das Wachstum erhöhen noch die Beschäftigung stimulieren. Stattdessen erschöpfen sie sich in einem lächerlichen Zickzackkurs der Steuer- und Sozialpolitik.

10. Volkswirtschaftliches versus unternehmerisches Wachstum

Wie oben schon erwähnt, beweist die Berechnung des BIP, dass allein dem quantitativen Wachstum des Sozialprodukts zugetraut wird, das gesamtgesellschaftliche Wohlergehen zu sichern. Diese Einseitigkeit setzt falsche Akzente und liefert die offizielle Rechtfertigung für die laufenden Versuche von politischer und privatwirtschaftlicher Seite, das Mengenwachstum über die Grenzen der ökologischen Verträglichkeit hinaus fortzusetzen. In der Öffentlichkeit ist dadurch der Eindruck entstanden, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte – insbesondere der Beschäftigungsmangel – ließen sich auf Dauer mittels Mengenwachstum des Sozialprodukts beseitigen.

Die falsche Vorstellung vom Mengenwachstum wurde in der alten Bundesrepublik Deutschland bereits 1967 im sogenannten Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (StWG) mit verankert. Dieses Gesetz verpflichtet auch heute noch Bund und Länder, das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht durch Maßnahmen anzustreben, die gleichmäßig auf die vier Zielgrößen stabiles Preisniveau, hoher Beschäftigungsstand, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und stetiges (quantitatives) Wachstum gerichtet sind. Die gleiche Gewichtung der vier Ziele unterstreicht die verbreitete Vorstellung, ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht sei ohne Mengenwachstum nicht zu erreichen. Allerdings hat der Globalisierungsprozess mit seinen offenen Märkten die Grundlagen für eigenständige nationale Wirtschaftspolitiken inzwischen so weit zerstört, dass mit Ausnahme des stabilen Preisniveaus keines der Ziele mehr durch nationale Steuerung zu beeinflussen ist. Das StWG wurde denn auch de facto schon in den achtziger Jahren durch die neoliberale Wachstumsdoktrin ersetzt, die nur noch das Ziel unternehmerische Expansion kennt. Dasselbe gilt sinngemäß auch auch für den untauglichen Versuch auf EU-Ebene, die hohe Arbeitslosigkeit und die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte durch Investitionen im Rahmen eines Wachstumspakts zu bekämpfen.

Wenn die Bundesregierung und die EU den Beschäftigungsmangel also ausschließlich mit »Wachstumsimpulsen« zu bekämpfen suchen, dann ignorieren sie die globalwirtschaftlichen Fakten, die sie durch die Marktöffnungen selbst geschaffen haben, und die Bundesregierung verstößt zudem gegen die im StWG festgelegte Gleichgewichtigkeit der wirtschaftpolitischen Ziele, und offenbart, dass sie die inzwischen entstandenen ökologischen Pflichtgebote geringschätzt.

Ungeachtet der neoliberalen Irrungen gilt jedoch grundsätzlich, dass das Agieren einzelner Unternehmen im marktwirtschaftlichen Wettbewerb auch durch Mengenwachstum motiviert sein kann und muss – ganz im Gegensatz zum volkswirtschaftlichen Wachstum. Das Streben nach geldwertem Zuwachs von Umsatz und Gewinn ist besonders bei der Vermarktung neuer Produkte und in neuen Märkten eine entscheidende Triebfeder unternehmerischen Handelns und Ausdruck unbedingten Erfolgswillens. Auch in einer zukunftsfähigen, sozialökologisch geregelten Marktwirtschaft ist das unternehmerische Streben nach Mengenwachstum eine unverzichtbare Komponente des Wettbewerbs und eine Voraussetzung für Beschäftigung, Fortschritt, Wohlstand und Wohlfahrt.

Insofern gibt es in einer sozialökologisch geregelten Marktwirtschaft keinen Widerspruch zwischen dem unternehmerischen Streben nach höherem Umsatz und Gewinn einerseits und dem volkswirtschaftlichen Gebot letztendlicher Mengenbegrenzung und fortgesetztem qualitativen Wachstum andererseits.

11. Zusammenfassung und Ausblick

Die neoliberale Wachstumsdoktrin stellt eine Verabsolutierung oder auch Pervertierung des natürlichen unternehmerischen Strebens nach höherem Marktanteil, Umsatz und Gewinn dar. Sie setzt auf eine einzige, zweifellos unverzichtbare Herausforderung unternehmerischen Handelns und überträgt sie auf die volkswirtschaftliche Ebene, wo sie ein eindimensionales, einzig auf wachsende Mengen begrenztes Bild menschlichen Wirtschaftens erzeugt. Falsche Vorstellungen von Effizienz, Produktivität, Fortschritt, Wohlstand und Wohlfahrt sind die Folge. Die tatsächlichen Ursachen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen geraten aus dem Blickfeld und verhindern eine wirksame Zukunftssicherung.

Es ist ein ehernes ökonomisches Gesetz, dass das Volksvermögen durch Wachstum nur vermehrt werden kann, wenn die Erträge aus wirtschaftlicher Aktivität größer sind als die Kosten. Derzeit übersteigen die Kosten die Erträge bei weitem, so dass wir in eine selbstverschuldete soziale und ökologische Armut hineinwachsen. Während wir alle Kräfte auf das Wachstum des einseitig berechneten BIP konzentrieren, schwindet unsere Wohlfahrt dahin. In dieser Lage auf die Kräfte eines Marktes zu vertrauen, der bar jeder politischen Steuerung langsam im Chaos gegenseitiger Verdrängung versinkt, ist hochgradig naiv und gefährlich. Wir können nicht erwarten, dass die auf höchste Kapitalrendite fixierten Akteure an einem effizienten Einsatz der arbeitsfähigen Bevölkerung und einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen interessiert sind und dass sie freiwillig auf ihr als Wohltat getarntes Prinzip der Sozialisierung betriebswirtschaftlicher Kosten verzichten.

Die dringend gebotene gesamtwirtschaftliche Effizienz und Produktivität, die nur bei optimaler Einkommensverteilung und nachhaltiger Ressourcennutzung gegeben ist, lässt sich einzig und allein durch politische Regelung herstellen.

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und speziell die Berechnungen des BIP und des BNE bieten sich an, die Fixierung auf rein quantitatives Wachstum zu überwinden. Dazu müssen neben den derzeit erfassten Produktionswerten bzw. Einkommen zusätzlich qualitative Indikatoren in quantifizierter (monetarisierter) Form in die Berechnungen eingehen. Indikatoren, die den Zustand von Gesellschaft und Umwelt widerspiegeln und als Datenbasis für eine zukunftsgerechte politische Steuerung dienen. Als Indikatoren bieten sich an:

  1. Daten zur politischen und wirtschaftlichen Organisation und Struktur,
  2. zum Bestand des Wissens und geistigen Eigentums,
  3. zu Einkommensverteilung, Familie, Gesundheit, Bildung, Arbeitsleben, Mitbestimmung, Freizeit, Kultur, soziale Einbindung und persönliche Sicherheit,
  4. zum Verbrauch nicht-erneuerbarer Ressourcen wie Erdöl, Erdgas und Mineralien sowie zur Belastung erneuerbarer Ressourcen wie Atmosphäre, Gewässer und Böden einschließlich der biologischen Vielfalt.

Der tatsächliche Wert des Sozialprodukts ergibt sich dann aus der Summe der Produktionswerte bzw. Einkommen plus der Summe der monetarisierten Indikatoren. Diese Berechnung würde gegenwärtig ein negatives Sozialprodukt und, weil die Ausbeutung zunimmt, auch ein negatives Wachstum des Sozialprodukts ergeben. Allerdings ist die wahrheitsgemäße Berechnung eine unabdingbare Voraussetzung, um die Fehlentwicklung als rote Zahlen sichtbar zu machen und notwendige gesetzliche und steuerliche Maßnahmen zur Steigerung der sozialen und ökologischen Effizienz einzuleiten.

Die genannten Maßnahmen sind geeignet, Zwänge und Anreize für alle Marktteilnehmer zu schaffen, die von ihnen bei der Produktion, beim Gebrauch und bei der Entsorgung von Produkten verursachten und auf die Allgemeinheit verlagerten (externalisierten) Kosten zunächst in die Preisbildung einzubeziehen (zu internalisieren), um sie schließlich ganz zu vermeiden. Nur so können statt sozialer und ökologischer Kosten soziale und ökologische Erträge erwirtschaftet werden, die sich in Vollbeschäftigung und einer nachhaltig intakten Umwelt manifestieren.

Die wirtschaftlichen Schwerpunkte, und mit ihnen die Wettbewerbsvorteile, verlagern sich in einer sozialökologisch gesteuerten Marktwirtschaft ganz entscheidend. Vorrang haben:

  1. die Entwicklung dezentral anwendbarer Technologien, speziell bezüglich der Nutzung aller direkten und indirekten Formen der Sonnenenergie,
  2. die damit einhergehende subsidiäre Strukturierung der Wirtschaft mit einer Basis flächendeckender, kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe,
  3. die Entwicklung energie- und rohstoffeffizienter Produktionsprozesse,
  4. die Entwicklung ergonomisch gestalteter, sicherer, zuverlässiger und umweltverträglicher Güter,
  5. die Entwicklung sozial verträglicher, ertragreicher Dienstleistungen,
  6. der Außenhandel auf der Grundlage bilateral vereinbarter Wechselkurse, die das durchschnittliche Preisgefälle zwischen Handelspartnern neutralisieren und einen Außenwettbewerb mit relativen statt absoluten Preisvorteilen ermöglichen, so dass auch unterschiedlich produktive Länder voneinander profitieren können,
  7. die durch autonom festgelegte Zölle bewirkte Anpassung einzelner Importpreise an das binnenwirtschaftliche Preisniveau,
  8. die durch autonom festgelegte Handelskontingente erzeugte Balance zwischen Importen und binnenwirtschaftlicher Produktion sowie die Begrenzung des Transportaufkommens, und
  9. die gleichzeitige Ausweitung des Handels mit geistigem Eigentum (immateriellen Gütern).

Der praktische Aufbau subsidiärer Wirtschaftsstrukturen unter den Bedingungen der neoliberalen Globalisierung als Einstieg in eine post-neoliberale Wirtschaftsordnung wird in dem Artikel Aufbau subsidiärer Wirtschaftsstrukturen behandelt.

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